Was ist eine Lochbrille?


Eine Rasterbrille oder Lochbrille (in Fachkreisen auch Stenopäische Brille genannt) ist keine gewöhnliche Brille bzw. Sehhilfe, sondern ein Gerät zum Augentraining. Anstatt geschliffener Gläser sind schwarze Plastikscheiben mit kleinen Löchern in die Halterung eingesetzt. Unsere Bilder zur Rasterbrille hast Du bereits entdeckt und gesehen, dass im Rahmen der Brille keine optisch korrigierenden Gläser sitzen, sondern zwei dunkle Plastikscheiben, die Löcher haben. Diese Löcher sind in Form eines Gittermusters angelegt und besitzen jeweils den gleichen Abstand zueinander. Unterschieden wird in runde Löcher, eckige Löcher sowie in Löcher, die für das bifokale Sehen geeignet sind. Die Größe der Löcher ist dabei fest vorgegeben und beträgt nur einen Millimeter, sodass mit den Brillen immer derselbe Effekt erzielt werden kann. Beim Kauf musst du daher nicht auf den Abstand der Ausstanzungen achten, sondern eher auf die Qualität der Brille. Durch die Löcher wird der Lichteinfall auf das Auge stark begrenzt. Hier spricht der Fachmann von der stenopäischen Lücke oder dem Prinzip einer Lochblende. Durch diese Begrenzung bündelt sich das Licht und ein schärferes Bild entsteht. Mit ein wenig Training kann diese Sehschärfen-Verbesserung dauerhaft sein und zumindest teilweise zum Verzicht einer gewöhnlichen Brille beitragen.

Wir sehen es als Selbstverständlichkeit an, dass wir gut sehen können. Doch so selbstverständlich ist das nicht, denn mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist auf eine Sehhilfe (Brille, Kontaktlinsen) angewiesen. Tendenz steigend. Grund dafür sind unter anderem die Ansprüche, die wir an unsere Augen stellen. Durch die Nutzung vieler elektronischer Geräte belasten wir unsere Augen einseitig. Das merkst Du unter anderem daran, dass nach intensiver Bildschirmarbeit die Augen brennen und müde sind. Eine nachlassende Sehkraft kann aber auch durch Erbkrankheiten und organisch bedingte Einflüsse erfolgen. Fehlsichtigkeit wird daher auch gerne als Zivilisationskrankheit bezeichnet. Fakt ist jedoch, dass wir etwa 80 Prozent aller Informationen mithilfe unserer Augen aufnehmen. Sie stellen damit unser wichtigstes Sinnesorgan dar. Alleine aus diesem Grund solltest Du ein besonderes Interesse daran haben, deinen Augen etwas Gutes zu tun, und die Sehleistung immer auf einem hohen Level halten. Trainierst Du deine Augen aber regelmäßig mit einer Lochbrille, dann kannst Du nicht nur die Sehleistung verbessern. Es kommt durchaus auch immer wieder vor, dass letztendlich auch komplett auf eine Brille verzichtet werden kann. Bevor Du deine Brille aber in den Schrank legst, solltest du bedenken, dass der Verzicht nur dann gegeben sein kann, wenn Du eine geringe Sehschwäche hast und du wirklich regelmäßig trainierst.

Rasterbrillen können das Sehen von Konturen verbessern. Leichte Fehlsichtigkeiten im Fern- wie auch im Nahbereich können im besten Falle mithilfe einer Rasterbrille komplett korrigiert werden. Durch das Bündeln des Lichtes entsteht eine völlig neue Wahrnehmung. Alles wird schärfer und konturenreicher, auch nachdem die Brille wieder abgenommen wird. Die Rasterbrille dient daher nur zum Training der Augen und wird nicht permanent getragen. Für das Training reichen wenige Minuten pro Tag aus.

Augentraining & Übungen

Rasterbrillen Übungen Suche dir im Vorfeld ein Ziel aus, welches Du deutlich erkennen willst. Fixiere es und setze dann die Brille auf. Achte bei deiner Auswahl des Zieles darauf, dass kurzsichtige Menschen ein Ziel in der Ferne nutzen sollten und weitsichtige Menschen ein Ziel in der Nähe. Also immer entsprechend ihrer Fehlsichtigkeit.

Nach rund zwei Minuten kannst Du die Brille wieder abnehmen und überprüfen, ob Du das von dir ausgewählte Ziel nun besser siehst. Bedenke, dass Du mitunter ein wenig Übung benötigst und sich das Auge erst anpassen muss. Habe daher Geduld, wenn es nicht sofort so klappt, wie Du dir das wünschst.

Du kannst mit der Rasterbrille das Auge sogar sehr gut trainieren. Wiederhole die Übung dafür immer wieder. Du kannst die Brille mehrmals pro Tag tragen und das Training so effektiver gestalten. Suche dir zudem immer andere Ziele aus, die Du betrachten willst. Probiere es einmal mit einem bestimmten Punkt im Raum und das nächste Mal mit einem Text, den Du lesen willst. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass Du kein vorgefertigtes Bild in deinem Kopf hast und daher besser einschätzen kannst, ob sich eine Verbesserung zeigt oder nicht.

Unsere Empfehlung

Es gibt eine große Auswahl von Rasterbrillen oder Lochbrillen, die alle die gleiche Lochgröße (1 mm) besitzen. In der Regel kannst du davon ausgehen, dass die Brillen alle die gleiche Wirkung haben. Natürlich gibt es bei den Brillen selbst massive Qualitätsunterschiede. Wenn Du die Rasterbrille nur gelegentlich zuhause ausprobieren willst, kannst du natürlich auf die günstigere Version aus Plastik zurückgreifen.

Wenn man ander Rasterbrille aber erst mal gefallen gefunden hat, beginnt man diese oft auch in der Öffentlichkeit zu tragen. In diesem Fall ist es ratsam, eine hochwertige Brille zu bestellen, die auch etwas mehr "Prestige" besitzt.

unsere
Empfehlung

Wie Wirkt eine Rasterbrille?

Lochbrille Die Rasterbrille arbeitet nach einem ganz einfachen Prinzip. Durch die kleinen Löcher wird das Licht gebündelt und somit auf eine kleinere Fläche konzentriert. Es ist das gleiche Prinzip wie bei einer Lochkamera, wo mithilfe von einem kleinen Loch in einer undurchsichtigen Folie das einfallende Licht auf eine helle Wand im Hintergrund projiziert wird.

Eine Lochkamera besteht aus einem lichtundurchlässigen Gehäuse (Chipsrolle), einer kleinen Öffnung auf der einen Seite und einer „Leinwand“ auf der anderen Seite. Da sich das Licht geradlinig ausbreitet, können Gegenstände auf einfachste Art und Weise auf der Leinwand abgebildet werden. Dabei lässt sich beobachten, dass ein besonders kleines Loch für den Lichteintritt ein besonders scharfkantiges Bild ergibt. Dieselbe Wirkungsweise lässt sich auch bei der Rasterbrille verzeichnen.

Bei welcher Fehlsichtigkeit hilft die Rasterbrille?

Lochbrille Der Erfolg bei einem regelmäßigen Einsatz einer Rasterbrille lässt sich unter anderem bei folgenden Fehlsichtigkeiten feststellen:

  • Leichte bis mittlere Kurzsichtigkeit (in der Ferne unscharf)
  • Leichte bis mittlere Weitsichtigkeit (in der Nähe unscharf)
  • Leichte bis mittlere Presbyopie (Alterssichtigkeit)
  • Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)

Außerdem kann sich das Tragen einer Lochbrille bei Kopfschmerzen positiv auswirken, die durch die Belastung der Augen hervorgerufen werden. Viele Nutzer einer solchen Brille setzen jedoch auf den vorbeugenden Aspekt und trainieren mit der Brille auch ohne medizinische Indikation.

Was ist die stenopäischen Lücke?

Lochbrille Unter einer stenopäischen Lücke musst Du dir ein optisches Instrument vorstellen, dass der Augenarzt bei einer Untersuchung am Auge zum Einsatz bringt. Es handelt sich dabei um eine Lochblende, also um eine Scheibe mit einem kleinen Loch in der Mitte, die sich der Patient vor das Auge hält.

Besonders sehschwache Patienten erfahren so ein schärferes Sehen, weil das Licht gebündelt wird und somit in Form von einem stark begrenzten kräftigen Strahl auf die Netzhaut auftrifft. Die Netzhaut ist der Ort im Auge, der als „Leinwand“ genutzt wird und der die Seheindrücke projiziert, die wir mit unseren Augen wahrnehmen.

Sollte der Patient keine Verbesserung der Sehleistung durch die stenopäische Lücke erfahren, muss der Augenarzt davon ausgehen, dass keine herkömmliche Sehschwäche, sondern eine Augenerkrankung vorliegt, die entsprechend abgeklärt und behandelt werden muss.

Rasterbrille Kritik

Die Rasterbrille musste in der Vergangenheit auch Kritik einstecken. So gab es eine Meldung des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands, dass die Rasterbrille möglicherweise die Fähigkeit einschränkt, die 2 unterschiedlichen Bilder unserer Augen zu einem zusammenzuführen. Für diese Behauptung gibt es aber keine Untersuchungen oder Belege. Auch die Wirkung der Rasterbrille wird von manchen Augenärzten angezweifelt. Dennoch gibt es viele Anwender, die von einer dauerhaften Verbesserung ihrer Sehkraft berichten. In Foren, Communities und in den Produktrezensionen sind einige Erfahrungsberichte zu lesen. Auch wenn die Lochbrille sicherlich nicht bei allen Arten von Sehschwäche hilft, ist sie für viele eine gute und günstige Alternative zur normalen Brille, Kontaktlinse oder Laseroperation. Bei sehr gravierenden Fehlsichtigkeiten oder gar Fehlstellungen der Augen, muss immer ein Facharzt kontaktiert werden, um eine entsprechende Diagnostik zu erstellen und eine Therapie beziehungsweise einen Ausgleich vorzunehmen.

Unser Hinweis: Rasterbrillen sind nicht für den Straßenverkehr geeignet. Bitte trage sie nicht, wenn Du dich im Freien bewegst.

Häufige Fragen (FAQ)

Frage: Für welche Altersgruppen ist die Rasterbrille geeignet?

Antwort: Rasterbrillen beziehungsweise Lochbrillen kennen keine Altersbegrenzung. Selbst Kinder können diese schon tragen und die Augen damit trainieren. Berücksichtigt werden sollte dabei immer, dass die Brillen lediglich in Räumen getragen werden sollten, in denen sich der Träger auskennt und zurechtfindet. Durch das konzentrierte Sehen könnte es ansonsten zu Unsicherheiten kommen. Zudem sollten Rasterbrillen nicht bei Kreislaufschwierigkeiten, bei einer Netzhautdegeneration (Makuladegeneration) und bei einem allgemeinen Unwohlsein genutzt werden. Die Lochbrille soll eine Erleichterung und Verbesserung mit sich bringen und nicht zu einer Hürde im Alltag werden.

Frage: Hilft die Rasterbrille bei Kurzsichtigkeit & Weitsichtigkeit?

Antwort: Die Rasterbrille hilft bei beiden Arten von Sehschwächen. Sollte eine Erkrankung oder Schädigung der Augen für die Sehschwäche verantwortlich sein, bleibt die Rasterbrille ggf. wirkungslos.

Frage: Kann man eine Rasterbrille auch selber bauen?

Antwort: Mit dem richtigen Werkzeug kann man eine Rasterbrille auch selber bauen. Dazu muss man die Löcher in einem gleichmäßigen Abstand in eine Plastikplatte bohren und anschließend in ein altes Brillengestell kleben. Lochbrillen sind allerdings so günstig, dass sich dies kaum lohnt.

Frage: Wie lange sollte ich mit der Rasterbrille trainieren?

Antwort: Zu Beginn sollten Sie die Rasterbrille immer nur kurz tragen. Wenn Sie nach 5 Minuten keinen sichtbaren Effekt sehen, haben Sie Pech gehabt und die Lochbrille hilft bei Ihnen leider nicht. Wenn Sie merken, dass Sie eine dauerhafte Verbesserung Ihrer Sehkraft bekommen, können Sie die Brille weiterhin 5 - 10 Minuten verwenden. Wenn Sie durch die Brille eine Verschlechterung Ihrer Sehkraft, Schwindel oder Kopfschmerzen verspüren, sollten Sie die Lochbrille nicht weiter verwenden und ggf. einen Augenarzt aufsuchen.